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Schwedenblog 2015 die Texte

Montag tschüss Dalarna

06.07.2015 22:21

Montag - Richtung Süd steht an...

Es regnet, nicht ein bisschen und auch kein fisseln, nein richtig fies und nass. Selbst die Hunde haben keine Lust, bei solch einem Wetter wach zu werden.
Also ist es schon nach Elf Uhr, als endlich der Kaffeeduft durch unser rollendes Eigenheim zieht. Unklar bleibt die Entscheidung- bleiben und einen Bummel Tag einlegen, oder doch noch ein Stückchen nach Süden?

Ok, die Hunde müssen raus und der Fahrer plant eine Büro Stunde. Also schnappe ich mir die Leinen und los. Direkt neben dem Fluss gibt es einen Schotterweg. Der ist mir gestern schon auf dem Navi aufgefallen. Also los. Auch drüben stehen noch einige Zelte und Wohnwagen. Dieser Lägerplats ist aber auch zu schön.

Der Waldboden ist mit Moos und Flechten bewachsen. Das sieht total schön aus. Heide, Erika und andere Kräuter... Das ist auch eine Idee für unseren Garten. Unter den hohen Tannen wächst ja fast nix.
Ich sehe am Rand einige Haarbüschel die schwer nach Rentier aussehen. Auch höre ich ab und an Hufe im Wald. Die Hunde haben die Nasen eh immer unten und finden eine Fährte nach der anderen. Noch läuft alles gut. Trotz Regen und Mücken genieße ich es wieder zu laufen. Mal ein Stück gehen. Ich bin eh schon sehr aus der Übung.

Weder Uhr noch Handy sind dabei und der Weg findet kein Ende. Ok... Der Fahrer macht sich sicherlich Sorgen, also kehren wir um und dann geht der Trouble los.

Man kann es mit wenigen Worten so beschreiben: nachdem wir endlich wieder am Womo ankommen, sind meine beiden Arme gute fünf Zentimeter länger. Und die kleine Rentier Herde, die brav im Wald graste, kann schwarze Elchhunde nun gar nicht mehr leiden.

Warum haben wir uns Hunde gekauft? Und wer zum Teufel hatte die Idee, gleich zwei Jagdhunde zu nehmen.

Wir waren alle drei sehr nass und das weibliche Ende der Leine hatte die Nase voll.
Das Womo war wunderbar aufgeräumt und grob gesäubert, außer einer nassen Decke war nichts mehr einzuladen- wir konnten und wollten weiter.

Nach wenigen Kilometern kam dann die Abzweigung nach Süden- Kurz vorher gab es tatsächlich noch einen Golfplatz. Ja, ja auch die Golfer wissen wo es schön ist. Auf einem der Green haben wir dann noch ein Rentier gesehen. Der Greenkeeper wird sich bedanken.

Weiter geht es Richtung Süden- der Länge nach durch Dalarna. Und richtig, an jeder zehnten Kurve höre ich es wieder, hier ist Elchland - genau hier müssen sie sein. Die Tiere sehen das mal wieder anders, und sind da, wo wirklich Elchland ist und wir sie halt nicht sehen.

Das Fahren ist anstrengend. Das ständige Absuchen vom Straßenrand und Wald machen die Augen müde und scheinbar auch den Bauch leer.

Bei Malung brauchen wir Nahrung. Merke: sage niemals bei der Bestellung eines Big Hamburgers without anything... Denn genau so sah er aus. Ein Brötchen, eine riesige Scheibe Fleisch und sonst nix. Gerade mal das Salz auf den Fritten hat für etwas Würze gesorgt. Gut das der Kühlschrank noch Aivar und Gurke im Angebot hatte, so wurde es lecker und sättigend. Das Ding liegt seit Stunden im Magen und blockiert den Wunsch nach anderem.
Von Malung geht es weiter über die E16 Richtung Klarälven. Eine Schild Naturreservat lockt uns in den Wald. Da fahren wir doch tatsächlich wieder über Schotter. Ich hätte gewettet, wir sind fertig mit dem Gerapple. Klar ist, dass da ein Parkplatz kommen muss. Der Erste war nicht gut genug, kein Blick auf den See, also weiter über die Rappelpiste. See Nummer zwei angucken, wenn es wieder nicht passt, zurück und doch auf einen Campingplatz.

Angekommen sind wir am Stöllsjön, es gibt sogar einen schwedischen Wikipediaeintrag zu diesem See. Und ein paar Hütten stehen hier auch. Zu sehen ist niemand, kein Auto und kein Mensch und bis jetzt 21:10 Uhr auch kein Tier. (das mit dem Auto hat sich gerade geändert... Ein schwedischer Angler in einem alten silbernen Toyota Kombi drehte ne Runde)

Wir merken gerade, dass wir wieder weiter im Süden sind. Es wird merklich dunkler, vielleicht bekommen wir nach Tagen wieder eine Nacht geboten? Mal gucken wie die hier so wird. Die Hunde sind auf jedenfalls auf Zack, jedes fremde Geräusch wird mit lauten bellen kommentiert. Wer soll uns da heute Nacht unbemerkt stören? Der Fahrer meint ja hier in Schweden sind überall die Kinder und Organhändler am Werke, gerne in der Einsamkeit... Ich glaube er guckt zu viele Schweden Krimis.


Unsere Bilder von heute... Wieder viel, viel Wald. Jedoch auch viele Stellen, wo der Wald erbarmungslos gerodet wurde. Die Stämme liegen zum Teil noch am Straßengraben und warten auf die Abholung. Klar ist, Schweden lebt von der Holzindustrie und wir kennen da eine Marke, die Holzerntemaschinen verkauft. Und so wird es rund. Dieser Verkauf sichert zwar nicht direkt, jedoch über einige Ecken auch diesen Urlaub in Schweden.

Trotzdem denken wir laut über die Papierverschwendung nach. Zum Beispiel für unsinnige Werbung, die eigentlich total unnötig ist. Da hat die virtuelle Welt doch den enormen Vorteil, das Ressourcen geschont werden.

So, wird echt dunkel... Ich versuche zu schlafen.

 

Hahaha... Da war wohl nichts mit dem schlafen. Da lag ich gerade unter der Decke, als der Fahrer in mittlerer Krisenstimmung unzählige Minimücken mit Desinfektionsmittel in die ewigen Jagdgründe beförderte. Nach drei Minuten war klar, der Kühlschrank Lüfter zieht die mini Biester durch das Kunststoff Gehäuse ins Mobil. Liebe Entwickler von Bürstner, da gehört ein feineres Netz hin.

Es kam was kommen musste, es gab einen Blitzstart mitten in der Nacht. Und er hat ja vorher noch gesagt, das er mal Nachts durch den Wald fahren möchte. Ich glaube aber dennoch nicht, das er die Mücken zeitgenau an diesen See bestellt hat.

So schnell der Schotter es erlaubte, sind wir zurück zur Straße. Die Elche standen sicherlich hinter den Bäumen und haben verwundert das Geweih geschüttelt.

tja und nun, es war ja immerhin schon nach Mitternacht und es war dunkel, richtig dunkel.
Langsam, echt langsam ging es weiter, ich hatte die totale Panik das so ein Elch quer über die Straße läuft. Endlich kam ein Schild, Rastplatz. Und oh wunder, er war genau richtig. Ganz viele Camper und einige LKW schlummerten schon tief und fest, wir gesellten uns dazu.
Eine ruhige Nacht ist natürlich was ganz anderes. Die Hunde haben den Job aufpassen sehr wörtlich genommen.
Gemeinsam mit einigen Hofhunden in der Gegend, einer kleinen Fußtröte in einem anderem Mobil und den üblichen nächtlichen Gästen auf einem Rastplatz war das Gebelle einfach super nervend.
Irgendwann war tatsächlich Ruhe. Der Morgen kam dann schnell, die LKW Fahrer sind früh los und auch die Camper haben zum Teil einen wirklich früh Start Modus. Dazu mehr am Dienstag.

 

 

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