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Schwedenblog 2015 die Texte

Auf dem Vildmarksvägen

30.06.2015 23:48

Dienstag und Mittwoch

Wieder unterwegs. Vor der Abfahrt gab es noch einige Informationen zum Leben in Schweden. Den Campingplatz Sibirien-Adventure betreiben zwei Auswanderer aus Holland. Zusammen mit den Kindern und Oma werden die Huskys, der Campingplatz und noch relativ neu, die Islandpferde betreut. 

Allein die Schlittenhund Touren im Winter - sehr gut gebucht- sicheren der Familie den Unterhalt, Pferde und Camping und auch die geführten Wildnistouren sind willkommene zusätzliche Einnahmen.
Auch einige Hütten gibt es zu mieten. Wer also Lust auf einen Ausflug in die Natur hat, Ruhe sucht und Hunde mag- der ist hier genau richtig. Ich wiederhole mich einfach mal, der Blick auf den See ist fantastisch, es gibt auch ein Ruderboot oder eines mit Elektromotor. Angeln und die Jagd sind möglich. Auf unserer nächsten Tour in den Norden, machen wir hier sicherlich noch einmal halt.

Weiterer Informationen über Schweden haben wir dann von einem netten Herrn aus Würzburg bekommen. Auch er hat Deutschland verlassen und lebt nun in Järvsand.

Bei einer der Gassi Runden mit den Hunden, sind mir einige leere Häuser aufgefallen. Was mag so ein Hof oder ein Haus am See hier in Lappland wohl kosten. Er wusste es... Ungefähr ein Achtel von den Kosten in Deutschland. Also ein Haus ist für weniger als 200.000 Kronen zu bekommen, das dann durch acht Komma irgendwas und wir sind beim Euro.


Hört sich spannend an, die Augen vom Herrchen fingen an zu leuchten. Grosses Haus, meist aus Holz...direkt davor ein See. Die Berge im Rücken, kaum Nachbarn, Wald, Bären, Elche und sonst was an Tieren. Angeln darf man als Anlieger eh, Brennholz holt man im eigenen Wald. Supermarkt ist auch erreichbar... Herz was willst du mehr? Segelboote fehlen und waren sein Argument für eine Marktlücke hier im Norden.
Leben im schwedischen Norden heißt aber auch lange, nein sehr lange dunkle Winter. Hier gibt es Temperaturen die auch mal unter -45 Grad gehen. Brrrrrr. Im Moment blühen hier die Osterglocken und an einigen Ecken sieht man auch noch den Flieder in Blüte. Die Zeit tickert also verspätet zu unserer.

Also bei mir kam dann der Gedanke, wenn man Einsamkeit mag, einen See haben möchte und günstig Wohnen, dann ist Mecklenburg Vorpommern auch eine Alternative :-)


Hundert Liter Trinkwasser fassen später, ging es dann weiter. Erst einmal der Schotterpiste rund um den See folgend. Nach nur neun Kilometern wieder Teer unter den Rädern. Es kam an diesen Tag jedoch noch ganz anders.

Der Reiseführer und die Website einer Wohnmobil Tour haben begeistert von einem Wasserfall berichtet, man kann sogar mit dem Auto bis quasi zum Wasserfall fahren. Das hört sich spannend an.
Wie gesagt mit Kultur Museum und Kirchen haben wir wenig im Sinn, aber wehe da ist ein Naturwunder auf dem Weg, da müssen wir hin.

Natürlich liegen Wasserfälle an einem Berg und außer in Norwegen kommt man da nur über Waldwege hin. Wir haben die Abzweigung gefunden, die Straße ist fahrbar, Schotter was sonst. So klappern wir dreißig Kilometer durch die Natur. Ich würde mal sagen sämtliche Flüssigkeiten im Wohnmobil sind gut geschüttelt, nicht gerührt.
Als wir der Meinung sind, da kann nichts mehr kommen, außer halt wieder die normale Straße, kommen mitten im nirgendwo Schilder die den Weg weisen. Nur noch vier Kilometer, bergauf, und dann ist der Parkplatz erreicht.
Tatsächlich sind es nur noch wenige Schritte bis zum Wasserfall. Und der ist enorm.

 

Die Sonne zaubert noch einen Regenbogen dazu, perfektes Foto. Zur Abwechslung haben wir ein kleines Video gedreht.

 

Der kleine Nachteil des Waldes und dem Wasserwunder... Auch die Mücken fühlen sich hier Mega wohl. Also rucki zucki zurück ins Auto. Noch schnell ein walk with the dogs und weiter geht es. Leider immer noch durch den Wald und das Klappern im Besteckkasten hört nicht auf.

Endlich wieder Straße und die restliche Strecke nach Gäddede ist schnell geschafft. Tanken und einkaufen für den nächsten Abschnitt auf dem Vildmarksvän stehen auf to do.
Das Tanken, natürlich wieder mit einem Kartenautomat, ist Männersache, also rüber zum ICA Supermarkt. gutes Sortiment, schwedische Preise. Mal eben 800 Kronen im Korb und KEIN Alkohol dabei. Nun ja, dafür gibt es Lakritz und Haferkekse und andere Köstlichkeiten. Im Supermarkt kaufen einige sehr exotische Menschen ein. Genau wie bei uns zuhause sehen wir auch in Schweden viele Migranten oder Flüchtlinge. Mit Sicherheit ist es für Menschen aus afrikanischen Ländern sehr exotisch hier im hohen Norden gelandet zu sein.

Schweden bietet übrigens allen Einwanderern direkt einen kostenlosen schwedisch Unterricht an. So höre ich an der Kasse schwedische Worte aus afrikanischen Gesichtern und ich bekomme selber gerade mal ein tack für Danke hin. Frau Merkel, da können wir Deutschen was lernen, deutsch Unterricht direkt für alle unsere Migranten fördert die Eingliederung enorm.

Nur mal so am Rand eine völlig andere Thematik. Hier in diesem Örtchen an der norwegische Grenze, mähte ganz selbstvergessen ein Rasenroboter den Rasen rund um den Gedenkstein. Natürlich wurde das vom Rasenroboter Fan Nr. 1 sofort fotografiert und der Fan-Gemeinschaft in der Heimat mitgeteilt.

Fertig, Einkäufe eingeladen, Tank gefüllt, jetzt sollte es losgehen... unsere Tour auf dem Vildmarksvän. Nur ein Stückchen noch, dann sollte ein Natur Campingplatz für die Nacht gesucht werden und morgen weiter. Und es kam ganz, aber wirklich total ganz anders.

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